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Der Distal- oder Rückbiss im Kindesalter

Diese Zahn- bzw. Kieferfehlstellung kommt bei ca. 34 % der Bevölkerung vor. Die Usache kann genetisch bedingt sein, aber auch Daumenlutschen oder zu langes Schnullertragen (spätestens nach dem 4. Lebensjahr hat der Schnuller nichts mehr im Mund des Kindes verloren) können diesen Fehlbiss verursachen.

Die Fehlstellung ist gekennzeichnet durch eine in vielen Fällen extreme Rücklage des Unterkiefers mit großem Abstand der Schneidekanten von Ober- und Unterkiefer, fehlendem Lippenschluss (die Unterlippe schiebt sich zwischen Ober- und Unterkiefer) sowie tiefem Biss (man sieht in der Schlussbissstellung praktisch keine Unterkieferzähne). Sehr oft leiden die Kinder auch auf Grund des fehlenden Lippenschlusses unter ständig entzündeten Mundwinkeln.

Die kieferorthopädische Behandlung sollte je nach Schweregrad der Fehlstellung zwischen dem 8. und 10. Lebensjahr begonnen werden. Die weitverbreitete Meinung, man soll mit der Behandlung erst nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne beginnen (also ca. mit 12 bis 14 Jahren), ist falsch. Erstens ist in diesem Alter die Mitarbeit der Kinder meist nicht mehr gegeben, aber viel wichtiger ist, dass es sich bei diesem Fehlbiss um eine Wachstumsstörung des Unterkiefers handelt, d.h. das Wachstum des Unterkiefers soll durch die Behandlung gefördert und damit die Diskrepanz zwischen Ober- und Unterkiefer ausgeglichen werden. Im Alter zwischen 12 und 14 ist aber nur mehr ein Restwachstum vorhanden, sodass sehr oft zwei Zähne im Oberkiefer gezogen werden müssen, um die Diskrepanz auf diese Weise auszugleichen. Außerdem ist dieser Fehlbiss sehr oft mit einem Engstand (Platzmangel) in beiden Kiefern vergesellschaftet, sodass auch der Engstand vor dem Durchbruch der bleibenden Zähne beseitigt werden muss, um das Ziehen von Zähnen zu vermeiden.

Für die Behandlung ist der Headgear meist das Mittel der Wahl. Dabei handelt es sich um ein bei entsprechender Mitarbeit (Tragezeit 16 Stunden/Tag) um ein sehr effizientes Gerät mit einem Innenarm, welcher an den ersten oberen Stockzähnen befestigt wird, und einem Aussenarm, welcher mittels Gummiband über den Nacken eine Zugkraft von ca. 600 g erzeugt. In Kombination mit dem Headgear finden auch abnehmbare Geräte wie Bionatoren oder Aktivatoren Verwendung.

Allen Geräten gemeinsam ist die erwünschte Wirkung, nämlich den Unterkiefer im Wachstum nach vorne zu bringen und damit die sagittale Stufe (das ist der Abstand zwischen den Schneidekanten von Ober- und Unterkieferzähnen) zu reduzieren und mit dem Headgear auch gleichzeitig wenn vorhanden den Engstand (Platzmangel für alle Zähne) aufzulösen und falls notwendig den Biss zu heben.

Bei guter Mitarbeit der Patienten ist auf diese Weise bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn die Behandlung des Distalbisses mit einem guten ästhetischen Resultat Routine, und es können bei Engstand und großer sagittaler Stufe Zahnextraktionen vermieden werden.

Zur exakten Feineinstellung ist das Kleben von Brackets unbedingt notwendig, nach Beendigung der Behandlung ist eine Retention mit entsprechenden Geräten (Positioner, Retainer, etc.) unerlässlich, da solange noch Restwachstum zu erwarten ist, die Rezidivgefahr sehr groß ist.